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The Great Carbuncle
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The Great Carbuncle, deutsch Der große Karfunkel, ist eine 1836 erschienene ErzĂ€hlung des amerikanischen Schriftstellers Nathaniel Hawthorne.

Sie handelt von Schatzsuchern, die in den „Weißen Bergen“ New Hampshires den „großen Karfunkel“ zu finden hoffen, einen sagenumwobenen, leuchtenden Edelstein. Ein junges Ehepaar entdeckt ihn, wagt es aber nicht, sich seinem gleißenden Licht zu nĂ€hern, macht kehrt und entscheidet sich so fĂŒr ein hĂ€usliches GlĂŒck in ehrbarer Bescheidenheit. The Great Carbuncle war im 19. Jahrhundert sehr populĂ€r, in der spĂ€teren Literaturkritik jedoch weniger gut gelitten. BemĂ€ngelt wird oft die EindimensionalitĂ€t der merklich allegorisch gezeichneten Figuren und der Moralismus der ErzĂ€hlung. Quellenforschungen haben jedoch ergeben, dass sie in einem komplexen intertextuellen VerhĂ€ltnis zu einer Vielzahl biblischer, literarischer und historiographischer Texte steht.

Contents

‱ Inhalt
‱ Deutungen
‱ Literatur
‱ Ausgaben
‱ Weblinks

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Inhalt

Die ErzĂ€hlung beginnt mit der Schilderung eines Lagerfeuers in der Wildnis der Weißen Berge, an dem sich acht Schatzsucher fĂŒr einen Abend zusammengefunden haben, die vom „egoistischen und eigenbrötlerischen Verlangen“ getrieben sind, den „Großen Karfunkel“ zu finden, einen sagenumwobenen Edelstein von unermesslichem Wert. Man erzĂ€hlt sich, dass sein Leuchten in manchen NĂ€chten fernhin, ja noch vom Meer aus zu sehen sei, doch noch nie habe es jemand vermocht, ihn zu finden. Laut der „indianischen Überlieferung“ bewache ein Geist den Karfunkel „und verwirre diejenigen, die ihn suchten, entweder indem er ihn von Gipfel zu Gipfel der höchsten Berge versetze oder indem er aus dem verzauberten See, ĂŒber dem der Stein hing, einen Nebel aufsteigen lasse.“

Nur einer der acht, „der Zyniker“ genannt, verfolgt ein anderes Ziel: Er will versuchen, seinen „Fuß auf jeden Gipfel dieser Berge zu setzen,“ um der Welt zu beweisen, dass „der Große Karfunkel nichts weiter als Humbug ist.“ Spöttisch fragt er die anderen, was sie denn mit dem Juwel zu tun gedĂ€chten. Dem Ă€ltesten von ihnen, genannt „der Sucher,“ ist die Suche selbst zum Lebensinhalt geworden: „Allein das Streben danach ist meine StĂ€rke, die Energie meiner Seele.“ Wenn er den Karfunkel finde, werde er ihn in eine Höhle bringen und lege sich dort „zum Sterben nieder, und dort wird er fĂŒr immer mit mir begraben sein.“ Der NĂ€chste, der antwortet, ist der Chemiker Dr. Cacaphodel. Er möchte den Karfunkel „in seine ursprĂŒnglichen Elemente zerlegen,“ also stĂŒckchenweise zermahlen, in SĂ€uren auflösen, schmelzen und verbrennen, und die Ergebnisse seiner Forschung schließlich „in einem Foliantenband der Welt vermachen.“ Der dritte ist Master Ichabod Pigsnort, ein „gewichtiger Kaufmann und Selectman aus Boston, dazu KirchenĂ€ltester;“ er will den Karfunkel an den Meistbietenden verkaufen. Der vierte ist ein namenloser Dichter; er möchte den Karfunkel „Tag und Nacht anblicken [
] er wird all meine geistigen FĂ€higkeiten durchdringen und hell aus jeder Zeile der Dichtung leuchten, die ich niederschreibe. So wird der Glanz des Großen Karfunkels noch Jahrhunderte nach meinem Tod meinen Namen umflammen.“ Der fĂŒnfte ist der Lord De Vere, Spross eines altehrwĂŒrdigen Adelshauses; er will das Juwel im großen Saal des Schlosses seiner Ahnen anbringen, wo er „auf den RĂŒstungen, Bannern und Wappenschildern funkeln“ und „das Andenken an Helden strahlend erhalten“ soll. Die letzten beiden sind Matthew und Hannah, ein frischvermĂ€hltes Paar von schlichtem GemĂŒt; sie wollen mit dem Karfunkel im Winter ihre HĂŒtte erhellen, und „es wird so nett sein, ihn den Nachbarn zu zeigen, wenn sie uns besuchen kommen.“

Am nĂ€chsten Morgen gehen die Schatzsucher ihrer Wege. Die ErzĂ€hlung folgt Hannah und Matthew, die es bei ihrem Bergaufstieg in immer kargere Landschaften verschlĂ€gt. Nachdem sie sich in einem dichten Nebel fast verlieren, finden sie tatsĂ€chlich den verzauberten See, erhellt von gleißendem Licht. An der Klippe unter dem Karfunkel erblicken sie die Gestalt des Suchers, die Arme ausgestreckt, das Gesicht nach oben gewandt, er „rĂŒhrte sich jedoch nicht, als sei er zu Marmor erstarrt.“ Plötzlich gesellt sich der Zyniker zu ihnen, der noch immer nicht an den Karfunkel glauben möchte. Auf Matthews Aufforderung hin nimmt er seine verrußte Brille ab, blickt zum Karfunkel und wird von seinem Licht unheilbar geblendet. Die Furcht ĂŒbermannt nun Matthew und Hannah, sie kehren nach Hause zurĂŒck und geloben, sich nie wieder „mehr Licht zu wĂŒnschen, als alle Welt mit uns teilen kann.“

Zum Schluss wird das weitere Schicksal der acht Schatzsucher geschildert: Hannah und Matthew verbrachten noch „viele friedliche Jahre miteinander und erzĂ€hlten gerne die Legende vom Großen Karfunkel.“ Mit den Jahren wurde ihr aber immer weniger Glauben geschenkt, doch der ErzĂ€hler selbst meint, er habe von Ferne ein „wunderbares Licht“ in den Bergen gesehen, und „der Glaube an die Poesie lockte mich, der jĂŒngste Pilger des Großen Karfunkels zu werden.“cite-ref-1[1]

Werkzusammenhang

Entstehung und Publikationsgeschichte

The Great Carbuncle erschien erstmals in The Token and Atlantic Souvenir fĂŒr das Jahr 1837. Das Titelblatt dieses Bandes zeigt das Jahr 1837, doch ist sicher, dass er schon vor Weihnachten 1836 im Buchhandel erhĂ€ltlich warcite-ref-2[2]; der Token, ein literarischer Almanach fĂŒr gehobene AnsprĂŒche, war ausdrĂŒcklich als Weihnachts- oder Neujahrsgeschenk konzipiert. Zwischen 1831 und 1838 war der Token der eifrigste Abnehmer der Kurzgeschichten Hawthornes, allein im Jahrgang 1837 finden sich noch sieben weitere BeitrĂ€ge aus seiner Feder. Dem Publikum blieb dieser Umstand jedoch lange unbekannt, da Hawthorne seine ErzĂ€hlungen zu dieser Zeit stets anonym veröffentlichte. The Great Carbuncle ist im Token aber immerhin mit dem Hinweis versehen, die Geschichte sei vom selben Autor wie The Wedding Knell, das in der Vorjahresausgabe erschienen war. Im FrĂŒhjahr 1837 veröffentlichte Hawthorne The Great Carbuncle dann erneut in seiner ersten und auch namentlich gezeichneten Kurzgeschichtensammlung Twice-Told Tales und gab sich so öffentlich als Verfasser dieser und anderer Geschichten zu erkennen.

UrsprĂŒnglich war die Geschichte aber mit einiger Sicherheit Teil eines grĂ¶ĂŸeren Werkes, The Story Teller, das Hawthorne zwischen 1832 und 1834 schrieb, das als Ganzes aber nie erschien und nicht erhalten ist. Zwar hatte Hawthorne fĂŒr den Story Teller anders als fĂŒr seine ersten beiden, heute ebenfalls verlorenen ErzĂ€hlzyklen Seven Tales of My Native Land (um 1826–27) und Provincial Tales (um 1828–1830) einen Verleger gefunden, doch nachdem die ersten Teile im November und Dezember 1834 im New-England Magazine erschienen waren, wechselte die Zeitschrift den Besitzer und setzte die Veröffentlichung aus. Letztlich veröffentlichte Hawthorne nur einige EinzelerzĂ€hlungen des Story Teller, manche im New-England Magazine, manche in anderen Publikationen wie dem Token. Der Werkzusammenhang ging dabei verloren, kann aber im Falle von The Great Carbuncle schlĂŒssig rekonstruiert werden.cite-ref-3[3]

Beim Story Teller handelt es sich demnach um eine Reihe von kurzen Geschichten, die in eine ĂŒbergeordnete RahmenerzĂ€hlung eingebettet sind. Ich-ErzĂ€hler und zugleich Protagonist der Rahmenhandlung ist ein durch Neuengland wandernder GeschichtenerzĂ€hler namens „Oberon“ (benannt nach der Figur in Shakespeares Sommernachtstraum). Die Handlungsorte mancher EinzelerzĂ€hlungen des Story Teller lassen sich dabei einigen Fragmente des Rahmens zuordnen, die Hawthorne spĂ€ter, deklariert als „Skizzen“ (sketches), doch noch veröffentlichte.cite-ref-4[4] The Great Carbuncle steht dabei in engem Zusammenhang mit den Rahmenfragmenten The Notch und Our Evening Party among the Mountains, die Hawthorne neben anderen Reiseskizzen im November 1835 unter dem Sammeltitel Sketches from Memory im New-England Magazine veröffentlichte.cite-ref-5[5] Oberon schildert darin seine Wanderung durch die White Mountains, die „Weißen Berge“ des Bundesstaats New Hampshire, wo auch die Handlung von The Great Carbuncle angesiedelt ist. Hier spielt außerdem die im Juni 1835 erschienene ErzĂ€hlung The Ambitious Guest, die auch thematisch viele Überschneidungen mit The Great Carbuncle aufweist. GemĂ€ĂŸ Alfred Webers Rekonstruktion des Story Teller leiteten die ersten beiden AbsĂ€tze von The Notch Oberons Wanderung durch die White Mountains ein, gefolgt von The Ambitious Guest und dem zweiten Teil von The Notch. Darauf schloss sich Our Evening Party among the Mountains und schließlich The Great Carbuncle an, die darauf folgenden Rahmenteile sind nicht erhalten.

Hawthorne selbst bereiste die White Mountains im September 1832; es ist anzunehmen, dass er The Great Carbuncle und The Ambitious Guest bald darauf niederschrieb.cite-ref-6[6] Ein weiteres Mal veröffentlichte er 1850 mit The Great Stone Face eine ErzĂ€hlung ĂŒber die White Mountains, doch entstand sie wohl erst einige Jahre spĂ€ter und steht somit nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Story Teller. Ein Verweis auf The Great Carbuncle findet sich zudem in der erstmals 1842 und erneut 1846 in Mosses from an Old Manse erschienenen ErzĂ€hlung A Virtuoso’s Collection. Hier wird der Ich-ErzĂ€hler durch ein Museum gefĂŒhrt, in dem verschiedenste KuriositĂ€ten der Literaturgeschichte ausgestellt sind. Neben dem weißen Vlies aus Spensers Faerie Queene und dem Skelett von Don Quijotes treuem Schlachtross Rosinante erblickt er hier auch seine eigene literarische Schöpfung, den Großen Karfunkel (one of the wild projects of my youth), ausgestellt in einer schnöden Vitrine und nicht annĂ€hernd so brillant, wie er ihn in Erinnerung hatte – in den Worten Helmut Schwarztraubers verdeutlicht A Virtuoso’s Collection die Perversion der Einbildungskraft, „die Materialisierung alles Geistigen durch einen rationalistisch begrĂŒndeten Realismus.“cite-ref-7[7]

Stellung im Kontext des Story Teller

Alfred Weber macht in seiner Arbeit deutlich, dass die BinnenerzĂ€hlungen des Story Teller in vielerlei Hinsicht in Beziehung zur Rahmenhandlung und auch untereinander stehen: Oberon platziert die Geschichten nicht nur in einer geographisch und atmosphĂ€risch passenden ErzĂ€hlsituation, sondern kommentiert bisweilen auch ihre Bewandtnis und Bedeutung. Umgekehrt finden sich viele Details der Rahmenhandlung in den BinnenerzĂ€hlungen wieder, wenn auch oft merkwĂŒrdig verzerrt. So passiert Oberon im zweiten Teil der Skizze The Notch die Gebirgsschlucht Crawford Notch. Auf dem Weg zum Gasthaus von Ethan Crawford wird er von einer Gruppe Touristen ĂŒberholt, darunter ein Mineraloge mit einer grĂŒnen Brille, ein galant gekleideter junger Mann, der ein Gedicht von Lord Byron rezitiert und ein HĂ€ndler aus Portland. In der anschließenden Skizze, Our Evening Party among the Mountains, erreicht er das Gasthaus und trifft hier auf weitere Reisende, darunter zwei junge Paare auf Hochzeitsreise. In diesen zufĂ€lligen WeggefĂ€hrten Oberons lassen sich unschwer Vorbilder fĂŒr die zur Karikatur ĂŒberzeichneten Abenteurer in The Great Carbuncle erkennen, also fĂŒr den Chemiker Cacaphodel (der ebenfalls eine Brille trĂ€gt), den uninspirierten Dichter, den Kaufmann Ichabod Pigsnort sowie fĂŒr Matthew und Hannah, das junge Ehepaar.cite-ref-8[8]

SpĂ€ter findet sich Oberon wie die anderen Touristen im Gesellschaftszimmer ein, wo man sich in geselliger Runde unterhĂ€lt – die Situation spiegelt sich in The Great Carbuncle in der abendlichen Zusammenkunft der Schatzsucher am Lagerfeuer. Oberon hĂ€lt sich im GesprĂ€ch zurĂŒck, lauscht aber aufmerksam. Besonders beeindruckt ihn eine indianische Legende, von der einer der Touristen zu berichten weiß. Sie handelt von einem großen Karfunkel, der hoch in den Bergen ĂŒber einem See thronen soll und von einem Geist bewacht werde. Oberon kommt dabei der Gedanke, aus diesem Stoff „eine Geschichte mit einer tiefen Moral“ zu zimmern (‘On this theme methinks I could frame a tale with a deep moral’).cite-ref-9[9] Schließlich löst sich die Runde auf, denn frĂŒh am Morgen will man gemeinsam zum sechs Meilen entfernten Mount Washington wandern, wohl, um dort, wie Oberon humorig anmerkt, den „großen Karfunkel“ zu suchen. Wie sich The Great Carbuncle an Our Evening Party among the Mountains anschloss, ist unklar, auch weil unsicher ist, wie sehr dieses Fragment bei seiner Veröffentlichung redigiert oder gekĂŒrzt wurde. Sicher scheint aufgrund einiger inhaltlicher Verstrebungen, dass Oberon identisch mit der Ich-ErzĂ€hlerfigur von The Great Carbuncle ist. Weber mutmaßt, dass die Geschichte einen Traum Oberons darstellt – im Bett mag ihm die Legende noch lange durch den Kopf gegangen sein. Die merkwĂŒrdigen Parallelen zwischen Rahmen- und BinnenerzĂ€hlung erklĂ€rten sich demnach als „Tagesreste,“ die im Traum verzerrt wiederkehren. So lasse sich schließlich auch das Genre dieser eigentĂŒmlichen ErzĂ€hlung genauer bestimmen: Sie sei als „mĂ€rchenhafte Traumallegorie“ anzusehen.cite-ref-10[10]

Auf die Parallelen zu The Ambitious Guest, das der ErzĂ€hlung im Story Teller wohl voranging, haben mehrere Kommentatoren hingewiesen. Beide Geschichten spielen in den White Mountains, und beide beteuern, Ereignisse zu schildern, die sich in einer mehr oder weniger entrĂŒckten Vergangenheit tatsĂ€chlich zugetragen haben und nun zur Legende geworden sind. Beide Geschichten beginnen mit der Schilderung einer Gruppe von Menschen, die abends vor einem wĂ€rmenden Feuer von ihren PlĂ€nen und WĂŒnschen berichten. WĂ€hrend der „ehrsĂŒchtige Gast“ jedoch vom Schicksal fĂŒr sein anmaßendes Streben nach Ruhm bestraft wird und spurlos vom Erdboden verschwindet, wird Matthew und Hannah die Einsicht gewĂ€hrt, dass ihre selbstsĂŒchtige Suche ihnen kein GlĂŒck bringen wird.cite-ref-11[11] Diese beiden gegensĂ€tzlichen Auflösungen stehen sinnbildlich fĂŒr Oberons zwiespĂ€ltige GefĂŒhle auf der Suche nach seiner eigenen Bestimmung im Leben. Diese Zweifel sind das grundlegende Thema der Rahmenhandlung des Story Teller, die somit einem Bildungsroman gleichkommt. The Great Carbuncle scheint auch in den letzten Tagebuchaufzeichnungen Oberons nachzuhallen, die 1837 als Fragments from the Journal of a Solitary Man erschienen: Kurz vor seinem Tod ist er vom Gedanken besessen, „dass ich niemals das wahre Geheimnis meiner KrĂ€fte entdeckt habe; dass da ein Schatz zum Greifen nah war, eine Goldmine unter meinen FĂŒĂŸen, wertlos, weil ich sie nie zu suchen verstand.“cite-ref-12[12]

Deutungen

Rezeptionsgeschichte

Von den zeitgenössischen Kritikern wurde The Great Carbuncle ĂŒberaus positiv aufgenommen. Henry Wadsworth Longfellow erklĂ€rte 1837 in der North American Review in seiner Rezension der Twice-Told Tales, diese ErzĂ€hlung habe ihm am besten gefallen und Ă€ußerte sein Bedauern, sie nicht in voller LĂ€nge abdrucken zu können.cite-ref-13[13] Auch Elizabeth Palmer Peabody zeigte sich im Jahr darauf in The New-Yorker sehr angetan: Die Geschichte verbinde aufs Trefflichste die „wilde Einbildungskraft“ und den „allegorischen Geist“ Deutschlands mit dem common sense des EnglĂ€nders und der natĂŒrlichen Empfindsamkeit des Amerikaners.cite-ref-14[14] Henry James lobte die ErzĂ€hlung 1879 in seiner Hawthorne-Biographie ebenfalls, merkte aber an, dass die Geschichte wie einige andere Werke Hawthornes nach nunmehr vierzig Jahren nicht mehr ganz so frisch und originell erscheine, wie sie seinerzeit auf den amerikanischen Leser gewirkt haben muss, gerade als Gegensatz zur sonst recht trockenen Zeitschriftenprosa dieser Zeit.cite-ref-15[15]

Zwar wurde sie seither hĂ€ufiger anthologisiert, doch nahm die WertschĂ€tzung der Literaturkritiker fĂŒr die ErzĂ€hlung mit der Zeit merklich ab. Lea Bertani Vozar Newman fĂŒhrt dies ebenso wie ihre einstige PopularitĂ€t darauf zurĂŒck, dass sie eines der konventionellsten Werke Hawthornes darstellt.cite-ref-16[16] Sowohl W. R. Thompson als auch Patrick Morrow, zwei der wenigen Literaturwissenschaftler, die bislang eine eingehende Analyse versucht haben, kommen zum Urteil, dass The Great Carbuncle als Geschichte scheitere. Thompson bemĂ€ngelt, dass die Figuren statisch blieben und ihrer Beschreibung zu viel Raum eingerĂ€umt werde, so dass die Handlung nie recht in Gang komme.cite-ref-17[17] Morrow konstatiert, dass die Geschichte die psychologische und moralische KomplexitĂ€t und FeinfĂŒhligkeit vollkommen vermissen lasse, die Hawthornes Meisterwerke auszeichneten; von den Landschaftsbeschreibungen bis zum Schicksal der Protagonisten sei alles allzu explizit vorbuchstabiert, als dass beim Leser noch mitfĂŒhlendes Interesse aufkomme.cite-ref-18[18] Doubleday wendet dagegen ein, dass Figuren in einer Allegorie wie The Great Carbuncle „Typen“ darstellten, also notwendigerweise statisch seien. Aber auch er ist wenig angetan von der ErzĂ€hlung, ihr Problem sei nicht, dass sie eine Allegorie sei, sondern dass sie eine misslungene Allegorie sei.cite-ref-19[19]

Morrow, Thompson und Neal Frank Doubleday machen sich dennoch die MĂŒhe, das Personal von Hawthornes Allegorie im Einzelnen darzustellen und die „Moral“ der Geschichte auf den Punkt zu bringen. Thompson verweist zudem auf denkbare biblische Vorbilder. Michael J. Colacurcio und David S. Ramsey lenken das Augenmerk hingegen auf den spezifischen amerikanischen Kontext der ErzĂ€hlung und Hawthornes Umgang mit historischen Quellen.

Allegorie und Satire

The Great Carbuncle vereint Merkmale verschiedener Genres und literarischer Traditionen. Terence Martin erkennt in der ErzĂ€hlung Charakteristika des MĂ€rchens, gerade im Eingangssatz, der die Handlung „in alter Zeit“ (‘At nightfall, once in the olden time
’) verortet und eine Variation der Formel „Es war einmal 
“ darstellen mag.cite-ref-20[20] Die schablonenhafte Überzeichnung der acht Charaktere lĂ€sst sie vielen Interpreten als bloße Personifikationen ihres bestimmenden Wesenszugs (etwa Gier, Hochmut, Unglaube) erscheinen, zumal manche („der Zyniker“, „der Dichter“, „der Sucher“) auch nur mit ihm benannt werden; die ErzĂ€hlung als Ganzes zeigt somit deutlich Merkmale der Allegorie.cite-ref-21[21] Speziell ist auf den Einfluss der berĂŒhmtesten Allegorie der englischen Literaturgeschichte hingewiesen worden, John Bunyans The Pilgrim’s Progress (1678), das erste Buch, das Hawthorne im Alter von vier Jahren zu lesen lernte. Auf Bunyan weist etwa die Bezeichnung der Schatzsucher – und schließlich des ErzĂ€hlers selbst – als „Pilger“ des Großen Karfunkels hin. Auch die verschiedenen Landschaften, die Hannah und Matthew bei ihrem Aufstieg durchwandern, gleichen den allegorischen Stationen von Bunyans Pilger (wie dem „Tal der DemĂŒtigung,“ den „lieblichen Bergen,“ dem „verzauberten Grund“ und schließlich die „himmlische Stadt“).cite-ref-22[22] Bunyan, der der puritanischen Tradition entstammte, teilt mit Hawthornes neuenglischen Vorfahren und noch seinen Zeitgenossen einen Hang zur religiösen Typologie, und so können die allegorischen Elemente auch als Aneignung oder Parodie der Predigten des Puritanismus oder auch der Erweckungsbewegungen gelesen werden, die Neuengland und New York noch zu Hawthornes Lebzeiten mit einiger RegelmĂ€ĂŸigkeit erfassten.cite-ref-23[23]

Neben den mĂ€rchenhaften und allegorischen, also „zeitlosen“ Merkmalen enthĂ€lt die ErzĂ€hlung aber auch Hinweise auf ihren spezifischen historischen und kulturellen Kontext. So ist sie geographisch prĂ€zise in den Bergen New Hampshires verortet, und ein Hinweis auf die Erkundungsfahrten des John Smith legt nahe, dass die ErzĂ€hlung wie viele der Werke Hawthornes in der Kolonialzeit Neuenglands angesiedelt ist. Auch die Beschreibung der Figuren enthĂ€lt teils recht spezifische Angaben und lĂ€sst so AnflĂŒge politischer oder gesellschaftlicher Satire erkennen. Deutlich wird dies insbesondere im Falle von Ichabod Pigsnort: Er ist Kirchenvorstand in der First Church Bostons, also der prestigetrĂ€chtigsten Gemeinde Neuenglands. Seine Gottesfurcht ist indes mindestens so ausgeprĂ€gt wie seine Raffgier – man erzĂ€hlt sich, dass er (Ă€hnlich wie Dagobert Duck) die „Gewohnheit hĂ€tte, sich jeden Morgen und Abend nach dem Gebet eine Stunde lang nackt in einem Riesenhaufen von Schillingen zu wĂ€lzen.“ FĂŒr Hawthornes Karikatur der neuenglischen Eliten bietet sich auch ein unmittelbares literarisches Vorbild an, nĂ€mlich Ichabod Crane, der Yankee-Schulmeister, der in Washington Irvings gattungsprĂ€gender Kurzgeschichte The Legend of Sleepy Hollow (1820) gefoppt wird. Auch Hawthornes Ichabod ereilt die poetische Gerechtigkeit; er wird schließlich von Indianern nach Kanada verschleppt, muss ein hohes Lösegeld zahlen und besaß den Rest seines Lebens „selten Kupfer im Wert von sechs Pence.“ Deutlich satirisch fĂ€llt auch die Beschreibung des Chemikers Dr. Cacaphodel aus, ein kleiner Ă€ltlicher Mensch, fast eine Mumie, der einen „wie einen Schmelztiegel geformten Hut trug.“ William Collins Watterson erkennt in ihm eine Karikatur von Parker Cleaveland, dem „Vater der amerikanischen Mineralogie,“ dessen exzentrische Erscheinung Hawthorne wĂ€hrend seiner Studienzeit am Bowdoin College hĂ€ufig zu Augen bekam. Doch auch fĂŒr Cacaphodel bietet sich ein literarisches Vorbild an, der Apotheker „Cacafogo“ in Oliver Goldsmiths The Citizen of the World (1760–1762).cite-ref-24[24]

Morrow und Doubleday machen die Mischung allegorischer und satirischer Elemente fĂŒr das „Scheitern“ der Geschichte verantwortlich, der Franzose Renaud Zuppinger hingegen sieht in ihr eine gelungene Innovation: Hawthorne knĂŒpfe mit der Allegorie zum einen an eine klassische (oder klassizistische) Tradition an und wisse auch die Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung zu wahren, zum anderen schaffe er durch die „karnevaleske“ Ansammlung so verschiedener Gestalten aber auch ein mehr oder minder realistisches soziales Panorama, eine ihrer Zeit entsprechende comĂ©die humaine.cite-ref-25[25] FĂŒr andere Kritiker ĂŒberwiegt aber letztlich der Gleichnischarakter der ErzĂ€hlung. Sowohl Thompson als auch Morrow sehen die christliche BrĂŒderlichkeit, oder vielmehr ihr Fehlen, als zentrales Thema der ErzĂ€hlung an.cite-ref-26[26] Terence Martin sieht in der Entscheidung Matthews und Hannahs eine Affirmation des Ideals der bescheidenen HĂ€uslichkeit, das besonders die zeitgenössischen Frauenzeitschriften, aber auch viele Werke Hawthornes (wie etwa The Ambitious Guest) prĂ€ge. Auch Alfred Weber sieht die „Moral“ der ErzĂ€hlung in der Erkenntnis, dass menschliches GlĂŒck nur „im vertrauten Bereich des Alltags und im Schein des hĂ€uslichen Herdes“ möglich sei.cite-ref-27[27] Der didaktisch-moralistische Gestus erscheint vielen der Kommentatoren in dieser ErzĂ€hlung geradezu aufdringlich; Alison Easton mutmaßt indes, dass Hawthorne sich hier parodistisch betĂ€tigt oder zumindest ein Pastiche der biederen, oft rĂŒhrseligen Erbauungsliteratur seiner Zeit zeichnet.cite-ref-28[28]

Morrow fĂŒhrt darĂŒber hinaus aus, dass die ErzĂ€hlung zugleich eine Parabel ĂŒber die Grenzen und Gefahren der Erkenntnis sei: Sowohl im Falle des Suchers wie in dem des Zynikers nimmt die Suche nach dem Karfunkel monomanische, letztlich selbstzerstörerische ZĂŒge an; der eine bezahlt dafĂŒr mit seinem Leben, der andere verliert sein Augenlicht – Morrow vergleicht ihr Schicksal so mit dem KapitĂ€n Ahabs in Melvilles Moby-Dick. Hannah und Matthew hingegen ließen sich zwar in der ErzĂ€hlung nach ethischen MaßstĂ€ben am wenigsten zuschulden kommen, ihren Seelenfrieden erkaufen sie jedoch mit einem Mangel an Erkenntnis.cite-ref-29[29] Colacurcio merkt zudem an, dass ihre „Erlösung“ keineswegs sicher sei, wie die vorangegangene ErzĂ€hlung verdeutlicht – genau wie die todgeweihte Familie in The Ambitious Guest könne auch ihre bescheidene HĂŒtte jederzeit von einem gleichgĂŒltigen oder zornigen Gott zerstört werden.cite-ref-30[30]

Biblische BezĂŒge

W. R. Thompson fĂŒhrt einige biblische Subtexte fĂŒr die ErzĂ€hlung an, die schon durch Hawthornes Namensgebung nahegelegt werden, denn drei seiner Figuren tragen biblische Namen, und sein ErzĂ€hler merkt zu Hannah und Matthew an, sie trĂŒgen „zwei schlichte Namen, die aber gut zu dem einfachen Paar passten“. Der Name Ichabod wird im 1. Buch Samuel erklĂ€rt: Er bedeutet im HebrĂ€ischen „unrĂŒhmlich“ (1 Sam 4,21 : „Sie nannte den Knaben Ikabod – das will besagen: Fort ist die Herrlichkeit aus Israel“) und passt folglich ebenso zur spöttischen Beschreibung des pharisĂ€erhaften Ichabod Pigsnort (Pigsnort bedeutet wiederum wörtlich „Schweingrunz“).cite-ref-31[31]

Ebenfalls im 1. Buch Samuel findet sich die Geschichte der Hanna. Sie pilgerte jedes Jahr nach Schilo, dem höchsten Heiligtum der Israeliten, um vom Herrn Erlösung von ihrer Unfruchtbarkeit zu erbitten. Den Verlauf und die Moral von Hawthornes ErzĂ€hlung sieht Thompson im sogenannten „Lobgesang der Hanna“ (1 Sam 2,1-10 ) bis ins Detail vorgebildet. In ihrem Gebet preist sie die Gerechtigkeit des Herrn, der stets den Schwachen beistehe („von ihm werden Taten gewogen. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgĂŒrtet mit StĂ€rke
 Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht“). Das Schicksal Ichabod Pigsnorts scheint in Hannas Lobgesang ebenso vorgezeichnet („Die da satt waren, mĂŒssen um Brot dienen“) wie die Blendung des Zynikers („die Gottlosen sollen zunichte werden in Finsternis“). Ihre Zuversicht, der Herr werde „behĂŒten die FĂŒĂŸe seiner Heiligen“, erinnert zudem an die Bergbesteigung bei Hawthorne: Hannah und Matthew hĂ€tten, so der ErzĂ€hler, wohl versucht, „zwischen Himmel und Erde so weit und so hoch zu steigen, wie sie fĂŒr ihre FĂŒĂŸe Halt fanden,“ und als Hannah taumelt und abzurutschen droht, fĂ€ngt sie sich noch rechtzeitig.cite-ref-32[32]

Der Name Matthew deutet schließlich auf das MatthĂ€usevangelium; hier lĂ€sst sich insbesondere eine berĂŒhmte Passage der Bergpredigt Jesu plausibel mit The Great Carbuncle in Zusammenhang bringen:cite-ref-33[33] „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zĂŒndet auch nicht ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt 5,14-16 ). Der Dichter plant hingegen, den Karfunkel unter seinem Mantel verborgen in seine Kammer nach London zu bringen, um ihn dort ganz fĂŒr sich allein zu haben; der Zyniker entgegnet ihm darauf spöttisch: „Ihn unter deinem Mantel verbergen, sagst du? Da wird er doch durch die Löcher scheinen, und du wirst wie eine KĂŒrbislaterne aussehen!“ Hannah und Matthew wollen den Karfunkel zwar auch fĂŒr sich, auf dass er an den langen Winterabenden ihr Heim erleuchte, entscheiden sich aber schließlich ganz im Sinne der biblischen Verheißung dagegen: „Am Abend zĂŒnden wir in unserem Kamin ein fröhliches Feuer an und werden in seinem Schein glĂŒcklich sein. Nie wieder aber wollen wir uns mehr Licht wĂŒnschen, als alle Welt mit uns teilen kann.“ Michael J. Colacurcio merkt dazu an, dass sich eingedenk Morrows Interpretation noch eine benachbarte matthĂ€ische Stelle als Verweis aufdrĂ€ngt, namentlich Mt 5,3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“cite-ref-34[34]

Geschichte und Wildnis

Der Umstand, dass Hawthorne The Great Carbuncle und viele andere seiner Geschichten in seiner Heimat Neuengland ansiedelte, ist im Zusammenhang mit dem zeitgenössischen BemĂŒhen zu sehen, eine eigenstĂ€ndige amerikanische Nationalliteratur zu etablieren. So ist zwar gerade die unberĂŒhrte, „jungfrĂ€uliche“ Natur Amerikas zu einem wichtigen Topos der amerikanischen Literatur geworden, doch beklagten ĂŒber Generationen hinweg zahlreiche amerikanische Schriftsteller, dass es Amerika an einer reichen Vergangenheit zu mangeln schien, aus der sich literarisches Kapital schlagen ließe; noch viele der schaurigen Geschichten Edgar Allan Poes spielen in den jahrhundertealten Burgen, Schlössern und Klöstern des feudalen Europa. Hawthorne folgte hingegen in vielerlei Hinsicht dem Vorbild Washington Irvings, der seine ErzĂ€hlungen Rip Van Winkle und The Legend of Sleepy Hollow (1819–1820), beide angelehnt an deutsche Volkssagen, in der Kolonialzeit seines Heimatstaats New York ansiedelte und als amerikanische „Legenden“ ausgab.cite-ref-35[35] Auch Hawthorne betont in The Great Carbuncle wie auch in The Ambitious Guest, dass er auf „volkstĂŒmliche“ Stoffe zurĂŒckgreife und Geschehnisse schildere, die sich in einer mehr oder minder weit entrĂŒckten Vergangenheit tatsĂ€chlich ereignet hĂ€tten und seither mĂŒndlich ĂŒberliefert wĂŒrden oder zumindest in staubigen alten Chroniken nachzulesen seien. Wichtig ist dabei die enge Ortsgebundenheit, so wie Irving mit seinen ErzĂ€hlungen den Catskills zu einem sagenumwobenen pastoralen Idyll verklĂ€rte, so verhalf Hawthorne den „wilden“ White Mountains zu einer historischen Patina.cite-ref-36[36] Irvings Sketch Book dĂŒrfte Hawthorne noch in anderer Hinsicht Vorbild gestanden haben; wie im Story Teller sind die ErzĂ€hlungen des Sketch Book in eine RahmenerzĂ€hlung eingebettet, die einer KĂŒnstlerbiographie des Ich-ErzĂ€hlers (Oberon bei Hawthorne, „Dietrich Knickerbocker“ bei Irving) gleichkommt.

Leo B. Levy zufolge ist das Naturbild in The Great Carbuncle indes untypisch fĂŒr Hawthorne. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen James Fenimore Cooper und Henry David Thoreau stellt er die Natur in seinen Werken kaum ja in ihrer UrsprĂŒnglichkeit dar, sondern zumeist im Sinne der Picturesque-Ästhetik bereits komponiert, gedeutet und gestaltet. Der Ästhetik des Erhabenen, das GefĂŒhl der ÜberwĂ€ltigung und Ehrfurcht im Angesicht einer „ungebĂ€ndigten“ Natur misstraue Hawthorne hingegen, wie ĂŒberhaupt jeder Emotion, die unbedingte Hingabe verlange und nicht durch den Verstand austariert werde.cite-ref-37[37] Auch Hannah und Matthew fĂŒrchten sich bei ihrem Aufstieg zum Gipfel vor dem, was ihnen unvertraut und unerklĂ€rlich ist:

Dennoch, so Levy, ist The Great Carbuncle neben The Great Stone Face eine der wenigen ErzĂ€hlungen Hawthornes, in denen er das Erhabene ĂŒber das „Pittoreske“ stelle, denn schließlich finden Hannah und Matthew den Karfunkel, den Inbegriff des Erhabenen, „ließen dann jedoch erschauernd und in ehrfurchtsvoller Bewunderung die Lider sinken, um die blendende Pracht“ auszuschließen; Hawthorne mache deutlich, dass ihnen dies gerade durch ihr schlichtes GemĂŒt und ihren naiven Glauben vergönnt war (wohingegen der „Zyniker“ bei dem Anblick geblendet wird). Dass sie den Karfunkel nicht an sich nehmen und sich stattdessen ihres hĂ€uslichen GlĂŒcks entsinnen, widerspreche dieser Deutung nicht: Sie verdeutliche vielmehr die Einsicht, dass das Erhabene nach menschlichem Ermessen nicht zu „fassen“ ist.cite-ref-38[38] Letztlich ist Levy zufolge aber nicht das romantische Naturerlebnis zentral fĂŒr die ErzĂ€hlung, sondern letztlich eine religiöse Erfahrung: The Great Carbuncle ist demnach eine Parabel ĂŒber die spirituelle Befindlichkeit der Puritaner Neuenglands und ihrer unbedingten Hingabe an einen allmĂ€chtigen und unerklĂ€rlichen Gott.cite-ref-39[39]

Kritik an den nationalromantischen PrĂ€missen ĂŒbt David S. Ramsey. Zwar sei die Geschichte volkstĂŒmlich in dem Sinne, dass sich Hawthorne, wie er glaubt, vor allem auf die mĂŒndliche ĂŒberlieferte Familientradition der Familie Crawford berief, deren Gasthaus in den White Mountains Hawthorne auf seiner Reise 1832 ebenso aufsuchte wie spĂ€ter sein Alter Ego Oberon im Story Teller. Diese Folklore ist in Lucy Crawfords History of the White Mountains (1846) erhalten. Demnach ist die Legende vom „Großen Karfunkel“ ursprĂŒnglich eine indianische Sage: Demnach hĂ€tten die Indianer, die die Gegend vormals besiedelten, einst einen der ihren getötet, auf dass sein Geist darĂŒber wache, dass dieser Schatz nicht in die HĂ€nde der Weißen gerate.cite-ref-40[40] Dass Indianer in Hawthornes ErzĂ€hlung keine Rolle spielen, hĂ€lt Ramsey fĂŒr signifikant. In der ErzĂ€hlung selbst werden sie nur in einer kurzen Nebenbemerkung genannt, und Oberon gibt in der einleitenden Skizze freimĂŒtig zu, dass er Indianergeschichten eigentlich verabscheue (‚I do abhor an Indian story‘). Im vermeintlich pluralistischen Mikrokosmos, den Hawthorne mit dem Lagerfeuer der Schatzsucher imaginiert, sei fĂŒr die Ureinwohner kein Platz, die Geschichte entpuppe sich letztlich als „kultureller Monolog.“cite-ref-41[41]

Quellenforschungen und historistische Interpretationen

Die Quellenforschung zieht verschiedene Vorbilder fĂŒr The Great Carbuncle in Betracht. Neal Frank Doubleday glaubt wie Ramsey, dass Hawthorne vom Karfunkel wohl in Crawfords Ethans Gasthaus gehört haben mag, als literarisches Vorbild fĂŒhrt er aber eine Episode im 19. Kapitel von Walter Scotts Roman The Pirate (1822) an. Nicht nur ist hier von einem unheimlich leuchtenden Karfunkel die Rede, der fĂŒr jeden, der ihn sucht, unsichtbar und damit unerreichbar wird, Doubleday sieht hier auch die „Moral“ von The Great Carbuncle vorgebildet:cite-ref-42[42] Scotts Romanfigur Norna beklagt, dass sie in ihrer ungestĂŒmen Jugend Unerreichbares begehrte und sich „verbotener Mittel“ bediente, um ihr Wissen zu vergrĂ¶ĂŸern.cite-ref-43[43] Dieses faustische Verlangen, die Grenzen der Erkenntnis (oder auch der Sterblichkeit) um jeden Preis zu ĂŒberwinden, ist zentral fĂŒr viele andere ErzĂ€hlungen Hawthornes; Doubleday fĂŒhrt insbesondere Ethan Brand und The Birthmark zum Vergleich an.cite-ref-44[44]

Kenneth Walter Cameron weist auf eine Passage in Jeremy Belknaps The History of New-Hampshire (1784–1792) als mögliche Quelle hin. Belknap berichtet, die Indianer glaubten, auf dem Gipfel des ‚Agiocochook‘ (also des Mount Washington) lebten „unsichtbare Wesen,“ und warnten davor, den Gipfel zu besteigen. Auch hĂ€tten englische Kriegsgefangene, die von den Indianern durch diese Gegend nach Kanada verschleppt wurden, nachts in den Gipfeln Karfunkel leuchten sehen.cite-ref-45[45]

Hawthornes ErzĂ€hler selbst benennt zwei AutoritĂ€ten fĂŒr die Legende vom „großen Karfunkel,“ eine indirekt, eine explizit. Wie Michael J. Colacurcio zeigt, erscheint die ErzĂ€hlung in einem völlig anderen Licht, wenn man Hawthornes Hinweisen folgt und diese Quellen auch aufsucht; die Ironien, die sich auftĂ€ten, seien schlechterdings unfassbar. Zum einen verweist Oberon noch in Our Evening Party among the Mountains vage auf den „Biographen der IndianerhĂ€uptlinge“ (‚the biographer of the Indian chiefs‘). Gemeint ist offensichtlich Samuel Gardner Drakes Indian Biography (1832); in der einzigen ErwĂ€hnung der White Mountains in diesem Werk ist indes nicht von einem Edelstein die Rede, nur von einem rĂ€tselhaften See hoch in den Bergen, aus dem bei Sonnenschein in einer großen SĂ€ule Dunstschwaden aufstiegen, aus denen sich schließlich eine Wolke bilde. Zum anderen behauptet Hawthorne in einer Fußnote zu Beginn der ErzĂ€hlung, dass „Sullivan, in seiner Geschichte Maines, geschrieben nach der Revolution“ berichte, dass die Existenz des Karfunkels noch zu seiner Zeit nicht vollkommen ausgeschlossen wĂŒrde. Besieht man sich aber die entsprechende Stelle in James Sullivans History of the District of Maine (1795), so ist dort nur zu lesen, „die Wilden Nordamerikas, gerissen wie sie waren“, hĂ€tten die Raffgier der weißen Siedler bald erkannt und sie arglistig ermuntert „in ihrer fruchtlosen Suche nach Bergen voller Erz“ und einem „ungeheuer großen und wertvollen Edelstein,“ der auf einem bestimmten Gipfel zu finden sei.cite-ref-46[46]

Colacurcio verweist weiter auf die Quellenforschungen John Seelyes, denen zufolge Hawthorne in The Great Carbuncle auf die Aufzeichnungen John Winthrops zurĂŒckgreift. Winthrop, einer der GrĂŒnder der Kolonie Massachusetts, kolportiert darin indianische Berichte von einem „großen See,“ von dem die meisten und wertvollsten Biberfelle stammten und sinniert darĂŒber, wie er die Kontrolle ĂŒber diese Ressourcen erlangen kann.cite-ref-47[47] Dass Hawthorne eine Assoziation mit Winthrop im Sinn hatte, legt zudem die von Thompson als Subtext der ErzĂ€hlung ausgedeutete Passage aus der Bergpredigt hin – sie steht im Mittelpunkt der berĂŒhmten Predigt (A Model of Christian Charity), die Winthrop 1630 kurz vor dem Landgang der puritanischen Siedler anlĂ€sslich der GrĂŒndung der Massachusetts Bay Colony hielt. Winthrops Trope von der City upon a Hill, der „Stadt auf dem Berge,“ mahnte die Siedler, der Welt ein Vorbild zu sein, und gilt bis heute als eine der ersten und wirkmĂ€chtigsten Manifestationen des amerikanischen „Exzeptionalismus“.cite-ref-48[48] Colacurcio wittert hinter all diesen Ironien eine subversive Absicht Hawthornes. Der Karfunkel reprĂ€sentiere demnach nichts geringeres als die „Idee Amerika,“ und entscheidend sei seine „strategische Abwesenheit“ in der Geschichte – niemand erblickt in ihr je mehr als einen Abglanz, nie aber das Juwel selbst.cite-ref-49[49]

Literatur

Ausgaben

Die Erstausgabe der ErzÀhlung findet sich in:

‱ S. G. Goodrich (Hrsg.): The Token and Atlantic Souvenir: A Christmas and New Year’s Present. Charles Bowen, Boston 1837, S. 156–75.

In der maßgeblichen Werkausgabe, der Centenary Edition of the Works of Nathaniel Hawthorne (Ohio State University Press, Columbus OH 1962 ff.), findet sich The Great Carbuncle im von Fredson Bowers und J. Donald Crowley herausgegebenen Band IX (Twice-Told Tales, 1974), S. 149–65. Einige der zahlreichen SammelbĂ€nde mit Kurzgeschichten Hawthornes enthalten die ErzĂ€hlung; eine verbreitete, auf der Centenary Edition aufbauende Leseausgabe ist:

‱ Nathaniel Hawthorne: Tales and Sketches. Herausgegeben von Roy Harvey Pearce. Library of America, New York 1982. ISBN 1-883011-33-7

Ein E-Text findet sich auf den Seiten von Wikisource:

Wikisource: The Great Carbuncle

– Quellen und Volltexte (englisch)

Es liegen mehrere Übersetzungen ins Deutsche vor:

‱ Der große Karfunkel. Deutsch von Franz Blei. In: Nathaniel Hawthorne: Die Totenhochzeit. SĂŒdbayerische Verlagsanstalt, MĂŒnchen-Pullach 1922. (Digitalisat beim Projekt Gutenberg-DE)

‱ ohne Angabe des Übersetzers Franz Blei findet sich diese Fassung auch in: Nathaniel Hawthorne: Der Garten des Bösen und andere ErzĂ€hlungen. Hrsg. von R. W. Pinson. Magnus Verlag, Essen 1985. ISBN 3-88400-216-3
‱ auch in: Nathaniel Hawthorne: Die MĂ€chte des Bösen: Unheimliche Geschichten. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-14300-4.

‱ Der große Karfunkel. Deutsch von GĂŒnter Steinig. In: Nathaniel Hawthorne: Der große Karfunkel. Phantastische ErzĂ€hlungen. Safari-Verlag, Berlin 1959.
‱ Der große Karfunkel. Deutsch von Lore KrĂŒger. In: Nathaniel Hawthorne: Der schwarze Schleier. AusgewĂ€hlte ErzĂ€hlungen. Insel, Leipzig 1980. (= Insel-BĂŒcherei 653)

SekundÀrliteratur

‱ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety: Moral History in Hawthorne’s Early Tales. Duke University Press, Durham NC 1984. ISBN 0-8223-1572-6
‱ Neal Frank Doubleday: Hawthorne’s Early Tales: A Critical Study. Duke University Press, Durham NC 1972.
‱ Leo B. Levy: Hawthorne and the Sublime. In: American Literature 37:4, 1966, S. 391–402.
‱ Patrick Morrow: A Writer’s Workshop: Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’. In: Studies in Short Fiction 6, 1969. S. 157–64.
‱ Lea Bertani Vozar Newman: A Reader’s Guide to the Short Fiction of Nathaniel Hawthorne. G. K. Hall, Boston 1979.
‱ David S. Ramsey: Sources for Hawthorne’s Treatment of a White Mountain Legend. In: Studies in Language and Culture (Graduate School of Languages and Cultures, Nagoya University) 26:1, 2004. S. 189–201.
‱ W. R. Thompson: Theme and Method in Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’. In: South Central Bulletin 21, 1961. S. 3–10.
‱ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes. „The Story Teller“ und andere frĂŒhe Werke. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1973. ISBN 3-503-00714-8
‱ William Collins Watterson: Professor Dearest? (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.today). In: Bowdoin Magazine, 11. November 2009.
‱ Renaud Zuppinger: Vanitas vanitatis; ou, La gemme mal aimĂ©e: The Great Carbuncle de Hawthorne. In: Études anglaises 46:1, 1993. S. 10–18.

Weblinks

Commons

: The Great Carbuncle

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Alle vorhergegangenen Zitate nach der Übersetzung von Lore KrĂŒger.
cite-note-22. ↑ Rezensionen erschienen schon im Oktober 1836 in The Knickerbocker sowie im American Monthly Magazine; vgl. den Eintrag Nr. 7580 (The Token and Atlantic Souvenir A Christmas and New Year’s Present) in der Bibliography of American Literature (zugriffsbeschrĂ€nkt, eingesehen am 12. Januar 2013).
cite-note-33. ↑ Zu Publikationsgeschichte und Rekonstruktion des Story Teller siehe Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 145 ff.
cite-note-44. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 183 ff.
cite-note-55. ↑ Die Sketches from Memory nahm Hawthorne zudem 1854 in die erweiterte Ausgabe seiner Sammlung Mosses from an Old Manse auf; The Notch wurde dabei in The Notch of the White Mountains umbenannt. In der Centenary Edition of the Works of Nathaniel Hawthorne finden sie sich im Band X (Mosses from and Old Manse), Ohio State University Press, Columbus 1974.
cite-note-66. ↑ Alfred Weber: Hawthorne’s Tour of 1832 through New England and Upstate New York. In: Alfred Weber, Beth Lueck und Dennis Berthold (Hrsg.): Hawthorne’s American Travel Sketches. University Press of New England, Hanover NH 1989. S. 183–185.
cite-note-77. ↑ Helmut Schwarztrauber: Fiktion der Fiktion. BegrĂŒndung und Bewahrung des ErzĂ€hlens durch theoretische Selbstreflexion im Werk Nathaniel Hawthornes und Edgar Allen Poes. UniversitĂ€tsverlag C. Winter, Heidelberg 2000. (=Anglistische Forschungen 281; Zugleich Habil.-Schrift, PĂ€dagogische Hochschule Erfurt, 1996/97); S. 151–152.
cite-note-88. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 198, S. 201.
cite-note-99. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 198–199.
cite-note-1010. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 206–208.
cite-note-1111. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 205.
cite-note-1212. ↑ I am possessed, also, with the thought that I have never yet discovered the real secret of my powers; that there has been a mighty treasure within my reach, a mine of gold beneath my feet, worthless because I have never known how to seek for it. Siehe Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes, S. 208.
cite-note-1313. ↑ Henry Wadsworth Longfellow: Hawthorne’s Twice-Told Tales. In: The North American Review 45, Juli 1837. S. 59–73.
cite-note-1414. ↑ Elizabeth Palmer Peabody: Twice-Told Tales. In: New-Yorker 5, Nr. 1/105, 24. MĂ€rz 1838.
cite-note-1515. ↑ Henry James: Hawthorne. Macmillan and Co., London 1879. S. 56, S. 64.
cite-note-1616. ↑ Lea Bersani Vozar Newman: A Reader’s Guide to the Short Fiction of Nathaniel Hawthorne, S. 149.
cite-note-1717. ↑ W. R. Thompson: Theme and Method in Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’, S. 6.
cite-note-1818. ↑ Patrick Morrow: A Writer’s Workshop: Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’, S. 157.
cite-note-1919. ↑ Neal Frank Doubleday: Hawthorne’s Early Tales, S. 150.
cite-note-2020. ↑ Terence Martin: The Method of Hawthorne’s Tales. In: Roy Harvey Pearce (Hrsg.): Hawthorne Centenary Essays. Ohio State University Press, Columbus OH 1964. S. 9–10.
cite-note-2121. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes. S. 202.
cite-note-2222. ↑ W. Stacy Johnson: Hawthorne and ‘The Pilgrim’s Progress’. In: The Journal of English and Germanic Philology 50:2, 1951. S. 156–166; bes. S. 160–162.
cite-note-2323. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety. S. 510.
cite-note-2424. ↑ William Collins Watterson: Professor Dearest?
cite-note-2525. ↑ Renaud Zuppinger: Vanitas Vanitatis. S. 10–11.
cite-note-2626. ↑ W. R. Thompson: Theme and Method in Hawthorne’s ‘The Great Carbuncle’. S. 7; Patrick Morrow: A Writer’s Workshop: Hawthorne’s ‘The Great Carbuncle’. S. 159.
cite-note-2727. ↑ Alfred Weber: Die Entwicklung der RahmenerzĂ€hlungen Nathaniel Hawthornes. S. 204.
cite-note-2828. ↑ Alison Easton: The Making of the Hawthorne Subject. University of Missouri Press, Columbia MO 1996, S. 95.
cite-note-2929. ↑ Patrick Morrow: A Writer’s Workshop: Hawthorne’s ‘The Great Carbuncle’. S. 161–162.
cite-note-3030. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety. S. 511–512.
cite-note-3131. ↑ W. R. Thompson: Theme and Method in Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’, S. 4 sowie 7–8.
cite-note-3232. ↑ W. R. Thompson: Theme and Method in Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’, S. 8–9.
cite-note-3333. ↑ W. R. Thompson: Theme and Method in Hawthorne’s ’The Great Carbuncle’, S. 6.
cite-note-3434. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety, S. 658–659 (Fußnote 73).
cite-note-3535. ↑ Nelson F. Adkins: The Early Projected Works of Nathaniel Hawthorne. In: Papers of the Bibliographical Society of America 39, 1945. S. 145.
cite-note-3636. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety, S. 513.
cite-note-3737. ↑ Leo B. Levy: Hawthorne and the Sublime, S. 391–392.
cite-note-3838. ↑ Leo B. Levy: Hawthorne and the Sublime, S. 393.
cite-note-3939. ↑ Leo B. Levy: Hawthorne and the Sublime, S. 394.
cite-note-4040. ↑ David S. Ramsey: Sources for Hawthorne’s Treatment of a White Mountain Legend, S. 194–195.
cite-note-4141. ↑ David S. Ramsey: Sources for Hawthorne’s Treatment of a White Mountain Legend, S. 198.
cite-note-4242. ↑ Neal Frank Doubleday: Hawthorne’s Early Tales, S. 146.
cite-note-4343. ↑ ‚In my childish courage, I was even but too presumptuous, and the thirst after things unattainable led me, like our primitive mother, to desire increase of knowledge, even by prohibited means [
] Often when watching by the Dwarfie Stone, with mine eyes fixed on the Ward-hill, which rises above that gloomy valley, I have distinguished, among the dark rocks, that wonderful carbuncle, which gleams ruddy as a furnace to them who view it from beneath, but has ever become invisible to him whose daring foot has scaled the precipices from which it darts its splendour. My vain and youthful bosom burned to investigate these and an hundred other mysteries 
‘ Zitiert in: Neal Frank Doubleday: Hawthorne’s Early Tales, S. 146.
cite-note-4444. ↑ Neal Frank Doubleday: Hawthorne’s Early Tales, S. 149.
cite-note-4545. ↑ ‚They had a superstitious veneration for the summit, as the habitation of invisible beings; they never ventured to ascend it, and always endeavoured to dissuade every one from the attempt. From them, and the captives, whom they sometimes led to Canada, through the passes of these mountains, many fictions have been propagated, which have given rife to marvellous and incredible stories; particularly, it has been reported, that at immense and inaccessible heights, there have been seen carbuncles, which are supposed to appear luminous in the night.‘ Zitiert in: Kenneth Walter Cameron: Genesis of Hawthorne’s The Ambitious Guest. Transcendental Books, Hartford CN 1955. S. 29.
cite-note-4646. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety, S. 658 (Fußnote 72).
cite-note-4747. ↑ John Seelye: Prophetic Waters: The River in Early American Life and Literature. Oxford University Press, New York 1977. S. 161 ff.
cite-note-4848. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety, S. 659 (Fußnote 73).
cite-note-4949. ↑ Michael J. Colacurcio: The Province of Piety, S. 512.